»Das ist doch das Schöne am Cachen!«

Es begann als typischer Montag Morgen hier. Aus dem Bett gequält, zum Frühstück einen interessanten Artikel über eine mathematische Formel und deren katastrophale Anwendung im Bankensektor gelesen, gefühlt bis halb drei nur Meetings gehabt und dann gegen vier Feierabend. Der Plan für den Nachmittag: Chef leiht das Auto vom Chef darüber1 und wir kaufen einen Radiator, weil es ja im Winter so kalt hier ist.

Auf dem Weg zu einem der größten Einkaufszentren in Norwegen, das sogar einen Eintrag in der englischen Wikipedia hat, warfen wir die ersten Schneebälle des Winters. Wir reden hier von etwa 250m über dem Meeresspiegel am 12. Oktober!2 Fotos haben wir davon keine gemacht. Für die Trondheimer ist das kalter Kaffee und in Deutschland glaubt das sicher auch mit Foto keiner, dass das frischer Schnee ist und ungefälschte Originalaufnahmen sind.

Eingekauft haben wir dann den gewünschten Radiator, viel zu teure DVD-Rohlinge, kein3 Notebook-Netzteil und ein paar unheimlich günstige silbrige Scheiben mit 12cm Durchmesser und audiovisuell hoffentlich begeisterndem Material.4 Dazu die mittlerweile in diversen Supermärkten gewachsene Erkenntnis, dass es in Norwegen zwar Shrimps in Eimern aber keine Kirschmarmelade zu kaufen gibt.

Auf dem Weg zurück wurde ich dann noch zu einem mittlerweile archivierten GeoCache geführt. Direkt in der Zivilisation erhob sich ein Hügel von im Dunkeln geschätzten vielleicht 5000 m², der mit überaus dichter Vegetation in Form von Bäumen, Sträuchern und ähnlichem Gestrüpp überzogen war. Eine Machete wäre praktisch gewesen. Etwas spannender fand ich da noch die im Urlaub gekauften Wanderschuhe. Das dünne Eis auf der etwa 5cm tiefen Pfütze hielt nicht so sonderlich, Schuh komplett unter Wasser, aber Gore-Tex® ist tatsächlich wasserdicht, schon irgendwie beeindruckend.

Aprospos diese Schuhe: Am Freitag bin ich mit von der Arbeit nassen Socken5 in die Schuhe rein und im Regen nach Haus gefahren. Aus den Schuhen raus, waren die Socken trocken. Das war so ein krasser Living-The-Future-Moment, so wie neulich, wo ich auch beim Cachen mitten im Wald steh – weit abseits der Zivilisation – und erstmal in glasklarer Qualität mit meinem Bruder telefoniert hab, der mehr als tausend Kilometer weg in Deutschland war. Amazing!

Achso ja, das Zitat von S. kam nachdem wir dann doch die total versiffte Plastedose gefunden hatten und uns durch das dichte Unterholz zurück zum Auto kämpften. 😉

  1. Zwei Etagen über dem diplomierten Ingenieur fährt man in Norwegen übrigens einen geschätzt 15 Jahre alten Nissan. []
  2. Ich bin immernoch guter Dinge, dass zu meinem Geburtstag auch hier unten Schnee liegt oder wenigstens beim Chef vor der Haustür. []
  3. gab’s nicht []
  4. Unter anderem Tonträger von Metallica und Kings Of Leon []
  5. Ryddedag mit Außeneinsatz. Fragt nicht, deutsches Aprilwetter ist nichts dagegen! []

1 thought on “»Das ist doch das Schöne am Cachen!«

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