Verdienter Urlaub

Keine Panik, nicht ich, noch nicht. Aber ich habe heute nach einer längeren Diskussion1 herausgefunden, wie das hier in Norwegen – oder sagen wir hier an der NTNU – so mit dem Urlaub für die Mitarbeiter funktioniert, oder besser gesagt mit dem bezahlten Urlaub.

Zunächst hat man mal grundsätzlich Urlaubsanspruch, egal wieviel man schon gearbeitet hat oder wie lang der Vertrag läuft, anteilig natürlich, ganz normal soweit und in der auch in Deutschland gewohnten Menge von etwa zwei Tagen pro Monat.

Dann ist das aber so, dass ich mir den bezahlten Urlaub für das nächste Jahr in diesem Jahr verdienen muss. Dazu sind keine besonderen Anstrengungen nötig, man muss nur der normalen Arbeit nachgehen. Arbeite ich also das ganze Jahr 2009 normal von Januar bis Dezember ist mein Urlaub 2010 bezahlt. Umgekehrt gilt dann aber auch, dass mein Urlaub 2009 unbezahlt ist, wenn ich mir den nicht 2008 verdient habe.

Ein bisschen vertrackt wird es jetzt mit dem hier vorliegenden befristeten Vertrag von 6 Monaten. Zunächst gilt, dass mein Urlaub 2009 unbezahlt ist, weil ich mir den ja 2008 nicht verdient habe. Andererseits wird mir der Urlaub, den ich mir 2009 für 2010 verdient habe, am Ende meines Vertrages irgendwie in Form von Geld vergütet, weil ich den 2010 ja nicht nehmen kann mangels Arbeitsvertrag. Diese nachträgliche Auszahlung des Anspruchs ist unabhängig davon wieviel Urlaub ich 2009 nehme. Eine Umkungelei den bezahlten Urlaub für 2010 nicht auszahlen zu lassen sondern auf den Urlaub von 2009 anzurechnen scheint es nicht zu geben.

Warum scheint? Nun, ich war froh, das soweit wie beschrieben rausgefunden zu haben. Ich wollte die Dame da nicht noch weiter belästigen und das klang auch nicht so, als gäbe es außer diesen einfachen Regeln noch irgendwelche weiteren Ausnahmen. Ich hoffe, es konnten alle den obigen Ausführungen folgen…

Lange Rede kurzer Sinn: Ich bekomme nächstes Jahr eine bestimmte Menge Geld, egal wieviel unbezahlten Urlaub ich dieses Jahr noch nehme. So ist das – hier so. 🙂

  1. Sprachschwierigkeiten 😉 []

Here Be Dragons

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Wie beginnt man einen Blog-Eintrag, wo man drei wirklich nur sehr lose verbundene Themen irgendwie verknüpfen will? Am besten räume ich mal mit der losesten Verbindung zu Anfang auf. Wir waren heute auf dem Hügel hier in der Nähe des deutschen Soldatenfriedhofs nahe der Kirche, die auf dem Bild oben zu sehen ist. Um den Lenkdrachen steigen zu lassen, fehlte es leider die meiste Zeit an Wind.1 Solche Drachen heißen auf englisch nicht etwa dragon sondern kite. Dennoch war es ein weiterer Tag mit schönem2 Wetter diese Woche und ich nahm wiederum tolle optische Eindrücke von diesem Ort mit, wie auch die letzten Male, ein bisschen magisch scheint er zu sein, wenn man so will.

Die düster dargestellte Kirche, lässt mich die Überleitung zu dem zweiten Thema finden. Die Christlich Demokratische Union hat nun mit ihrer »sozialen« Schwesterpartei und Kollege Westerwave dieser Tage einen Koalitionsvertrag zusammengezimmert, der den Weg in die soziale Kälte in Deutschland klar vorgibt. Ganz düster sowas. Holgi hat das heute nachmittag bei Twitter schon kommentiert und fefe hat sich den Mist tatsächlich durchgelesen.3 Andere sehen es übrigens ähnlich düster4 und ich kann wenigstens die resignierte Empfehlung von Benjamin Birkenhake stützen, doch mal das Buch Farenheit 451 zu lesen – dort treten passend zur Überschrift ja auch so ‘ne Art feuerspeiende Drachen auf.

Tja und schlussendlich ist »Here Be Dragons« auch das Thema des diesjährigen Chaos Communication Congress 26C3, der wie jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr5 in Berlin stattfindet. Mal schauen, ob ich es schaffe, mal einen Tag dort vorbei zu schauen. Ein paar gute Freunde haben schon die Absicht geäußert sich dort ein paar interessante Vorträge anzuhören und zusammen fährt sich’s leichter in die große Stadt.

  1. Mehr Fotos an üblicher Stelle. []
  2. trocken und sonnig, wenn auch kalt []
  3. Ich weiß, ich weiß, fefe’s Blog ist nicht die NY Times. []
  4. wie auch der Spiegelfechter heute bei Telepolis []
  5. dieses Jahr genauer gesagt vom 27.12. bis 30.12. []

Das erste Mal

In meinem letzten Beitrag hatte ich berichtet, dass ich jetzt regelmäßig bouldern gehe. Eine gute Nachricht Freunde1 – die Regelmäßigkeit wurde bisher nicht unterbrochen.

Dienstag diese Woche war Bouldern, wie ich mir das vorstelle. Nette Leute, so etwa ein halbes Dutzend, alle etwa auf dem gleichen Niveau. Man probiert dann gemeinsam an ungefähr ähnlich vielen Routen (nacheinander, nicht parallel) mit dem notwendigen Anfeuern und Freuen und ist am Ende richtig fertig. Hinterher wollte ich eigentlich unten an der Brücke einen Hamburger kaufen zum Abendessen. Hab ich am Dienstag aber sein lassen, weil es ziemlich voll war. Im Supermarkt an der Kasse ist mir dann aufgefallen, dass auch die Tiefkühlpizza mittlerer Preisklasse über 50 NOK kostet, hätte ich auch die 73 NOK für den leckeren Burger ausgeben können.

Nunja, das mit dem Burger hab ich dann heute nachgeholt und bei schön trockenem Wetter2 auf dem Heimweg gegessen.

Kommen wir zur Überschrift, genauergesagt zu deren Erklärung. Zu Hause angekommen beschloss ich nämlich, dann doch mal in das nette kleine Café in dem niedlichen roten Holzhaus an der Ecke unweit meines Kellerappartements zu gehen. Hab ich also das Buch, was ich derzeit lese, mitgenommen3 und mir einen doppelten Espresso bestellt. Eine halbe Stunde gemütlich im Café sitzen und lesen und es war genauso wie ich es mir immer vorgestellt hab… 😀

  1. siehe Futurama []
  2. die ganze Woche ist es hier schon überraschend trocken []
  3. The Drawing of the Three aus der Dark Tower Serie von Stephen King []

Dicke Arme für den Winter

Wenn eine Frau sagt: »Geh Bouldern!« Wenn eine andere Frau fragt, ob man mit zum Bouldern geht?1 Wenn man die Kletterschuhe für die harten Routen eingepackt hat und das coole Shirt aus Italien nicht nur unter dem dicken Pulli tragen will. Wenn man zur Halle nur zwei Minuten vom Büro den Berg runterrollt, der Eintritt pauschal bis Weihnachten abgegolten wird und die Öffnungszeiten von vor dem Aufstehen bis spät in den Abend reichen. Was hält einen da noch gleich vom Bouldern ab? Genau – nichts!

Da war ich dann heute das erste Mal in dem Keller,2 den mein Chef als klein, voll und muchtig beschrieben hatte. Klein stimmt nicht, zumindest nicht verglichen mit den mir bekannten Indoor-Boulder-Möglichkeiten in Magdeburg. Schätzungsweise 50 Meter Wand kommen da schon zusammen, von senkrechter Wand über stark überhängend bis Dach alles dabei. Komplett mit weichen Matten ausgelegt und die Luft ist logischerweise recht staubig, über den dritten Punkt könnte man sich also streiten. Voll war es, war aber auch zu erwarten so zwischen 6 und 8 Uhr abends. Aber es war nicht zu voll, es war genug frei und viel möglich.

Die Routen werden natürlich vom Boulderer selbst definiert. Ein paar nette waren heute schonmal dabei. Da geht definitiv was. Wenn ich’s bis Weihnachten zweimal die Woche dahin schaffe, hab ich sogar den Pauschalbetrag gegenüber dem einfachen Eintritt raus, insofern steht der Plan quasi.

Erwähnenswert am Rande: die nebenbei laufende Musik kam mir überraschend bekannt vor. Da muss ich die Schwedin aus dem Büro nebenan morgen direkt nochmal fragen, ob sie die Band aus ihrer Heimatstadt erkannt hat. Gespielt wurde das Album Clayman der Band In Flames, fetter Göteborg-Metal. *gg*

  1. Obwohl ich annehme Leser zu haben, die mit Begriff nichts anfangen können, erklär ich das heute mal nicht extra. Steht alles ausführlich bei der allwissenden Müllhalde. []
  2. sagt der Boulderer so, auch wenn’s ebenerdig ist []

»Das ist doch das Schöne am Cachen!«

Es begann als typischer Montag Morgen hier. Aus dem Bett gequält, zum Frühstück einen interessanten Artikel über eine mathematische Formel und deren katastrophale Anwendung im Bankensektor gelesen, gefühlt bis halb drei nur Meetings gehabt und dann gegen vier Feierabend. Der Plan für den Nachmittag: Chef leiht das Auto vom Chef darüber1 und wir kaufen einen Radiator, weil es ja im Winter so kalt hier ist.

Auf dem Weg zu einem der größten Einkaufszentren in Norwegen, das sogar einen Eintrag in der englischen Wikipedia hat, warfen wir die ersten Schneebälle des Winters. Wir reden hier von etwa 250m über dem Meeresspiegel am 12. Oktober!2 Fotos haben wir davon keine gemacht. Für die Trondheimer ist das kalter Kaffee und in Deutschland glaubt das sicher auch mit Foto keiner, dass das frischer Schnee ist und ungefälschte Originalaufnahmen sind.

Eingekauft haben wir dann den gewünschten Radiator, viel zu teure DVD-Rohlinge, kein3 Notebook-Netzteil und ein paar unheimlich günstige silbrige Scheiben mit 12cm Durchmesser und audiovisuell hoffentlich begeisterndem Material.4 Dazu die mittlerweile in diversen Supermärkten gewachsene Erkenntnis, dass es in Norwegen zwar Shrimps in Eimern aber keine Kirschmarmelade zu kaufen gibt.

Auf dem Weg zurück wurde ich dann noch zu einem mittlerweile archivierten GeoCache geführt. Direkt in der Zivilisation erhob sich ein Hügel von im Dunkeln geschätzten vielleicht 5000 m², der mit überaus dichter Vegetation in Form von Bäumen, Sträuchern und ähnlichem Gestrüpp überzogen war. Eine Machete wäre praktisch gewesen. Etwas spannender fand ich da noch die im Urlaub gekauften Wanderschuhe. Das dünne Eis auf der etwa 5cm tiefen Pfütze hielt nicht so sonderlich, Schuh komplett unter Wasser, aber Gore-Tex® ist tatsächlich wasserdicht, schon irgendwie beeindruckend.

Aprospos diese Schuhe: Am Freitag bin ich mit von der Arbeit nassen Socken5 in die Schuhe rein und im Regen nach Haus gefahren. Aus den Schuhen raus, waren die Socken trocken. Das war so ein krasser Living-The-Future-Moment, so wie neulich, wo ich auch beim Cachen mitten im Wald steh – weit abseits der Zivilisation – und erstmal in glasklarer Qualität mit meinem Bruder telefoniert hab, der mehr als tausend Kilometer weg in Deutschland war. Amazing!

Achso ja, das Zitat von S. kam nachdem wir dann doch die total versiffte Plastedose gefunden hatten und uns durch das dichte Unterholz zurück zum Auto kämpften. 😉

  1. Zwei Etagen über dem diplomierten Ingenieur fährt man in Norwegen übrigens einen geschätzt 15 Jahre alten Nissan. []
  2. Ich bin immernoch guter Dinge, dass zu meinem Geburtstag auch hier unten Schnee liegt oder wenigstens beim Chef vor der Haustür. []
  3. gab’s nicht []
  4. Unter anderem Tonträger von Metallica und Kings Of Leon []
  5. Ryddedag mit Außeneinsatz. Fragt nicht, deutsches Aprilwetter ist nichts dagegen! []

Verwirrende Beerenvielfalt

Der eine oder andere erinnert sich vielleicht an den Beitrag über das Beerensammeln in den norwegischen Wäldern. Entwarnung vorab: dort sind nach eingehender Prüfung meinerseits keine Falschinformationen drin. Allerdings gibt es neue Erkenntnisse – ok nicht neu für die Menschheit, eher neu für mich, aber sei’s drum.

Gestern abend hatten wir am Rande eines lustigen Spieleabends1 eine hitzige Diskussion über die Unterscheidung von bestimmten roten Beeren. Ausgegangen war das von einer Packung sehr leckerer Kekse, in die laut Aufdruck Rosinen und die sogenannte Tranebær eingebacken waren. Ich bring die Diskussion nicht mehr ganz zusammen, aber es ging letztlich darum, was nun Preiselbeere, Tyttebær, Lingon, Cranberry und Tranebær wäre und wie die in Norwegen, Schweden, Deutschland und im englischen Sprachraum heißen. Die einen sind eher süß, die anderen ein bisschen bitter.2 Konsultiert wurde das Buch »mini norsk-tysk visuell ordbok« und die allwissende Müllhalde. Ich habe heute dann nochmal ausführlich nachgeguckt. Am besten lässt sich das in Tabellenform3 zusammenfassen:

  Vaccinium vitis-idaea Vaccinium oxycoccus
deutsch Preiselbeere Moosbeere
englisch Lingonberry Cranberry
norwegisch Tyttebær Tranebær
schwedisch Lingon Tranbär

Bei den Moosbeeren muss man streng genommen noch zwischen der Gewöhnlichen Moosbeere (Vaccinium oxycoccus) und der Großfrüchtigen Mossbeere (Vaccinium macrocarpon) unterscheiden. Letztere wird vor allem in Nordamerika großflächig angebaut und ist das, was der US-Amerikaner typischerweise als cranberry bezeichnet.

Was war nun so verwirrend? Genau genommen nur das bebilderte Wörterbuch der freundlichen Gastgeber, wo fälschlicherweise tranebær mit Preiselbeere übersetzt wurde. Also liebe Kinder: nicht alles glauben, was geschrieben steht, oder wie Karl Marx ins Poesiealbum seiner Tochter Jenny schrieb:4

De omnibus dubitandum

Haben wir wieder was gelernt. 🙂

  1. Bohnanza in Norwegen mit einem deutschen Spiel, drei Deutschen, einer Schwedin, die deutsch zwar versteht, aber nicht spricht, dafür umso besser norwegisch. Ein Deutscher spricht gut norwegisch, die zweite versteht es und kann sich verständigen und der dritte Deutsche zählt gerade mal bis 10. Die Unterhaltung komplett auf Englisch. Da kommen die aberwitzigsten Bezeichnungen, Übersetzung und Betonungen für die Bohnen bei raus. Man muss wohl dabeigewesen sein… []
  2. Welche jetzt wie, keine Ahnung, müsste ich nochmal nachfragen. []
  3. Sprachen alphabetisch sortiert. []
  4. laut dem Magazin ZEIT Geschichte, das ich letztens in Hamburg am Bahnhof kaufte []

Kleine Urlaubsnachlese 2009

Zwei Wochen sind vergangen, seit unserem Urlaub in diesem Jahr. Für mich war es der erste längere richtige Urlaub seit langem. Da die Möglichkeiten wegen meines Auslandsaufenthalts begrenzt waren: same procedure as immer – also für die anderen drei. Ziel: das europäische Kletter-Mekka, also zumindest laut den Kletterführern. 😉

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Am Wochenende vorher war ich noch ein wenig angeschlagen und so machten wir uns Dienstag abend auf Richtung Süden, das Pony vollgeladen und los Richtung Brenner. Ankunft Mittwoch früh: Ernüchterung stellt sich ein, weil das Zelt im Regen aufgebaut werden musste. Den Anreisetag verbrachten wir dann in den Läden von Arco, in der Pizzeria, die wir in den folgenden Tagen noch öfter besuchen sollten und im Zelt bei allerlei mitgebrachter Literatur.

Richtig in die vollen ging es dann ab Donnerstag. Was als Kletterurlaub geplant war, wurde ein astreiner Kletterurlaub. Sonne bis zum Abreisetag, jeden Tag Klettern, danach je nach Zeit noch schön im Gardasee baden, abends traditionell Pizza oder Pasta mit Eis im Anschluss und den Abend vor dem Zelt ausklingen lassen. 😀

Die Klettereien waren abwechslungsreich und interessant, vor allem weil wir es irgendwie schafften die allzu beliebten Gebiete links liegen zu lassen. Neben Reibungsplatten und einer coolen 6a-Hangellinie war am vorletzten Tag auch der Klettersteig am Monte Colodri dabei. Krönender Abschluss am Tag vor der Abreise: zwei feine parallele 250m-Touren mit je 11 Seillängen, maximalen Schwierigkeiten von 5c (A. und ich) bzw. 5b (Z. und B.) und einem fiesen Wanderweg als Abstieg. Tolle Sache das!

Am Abreisetag dann Regen, irgendwie muss das am Konzept Zelten liegen, oder an diesem speziellen Zelt oder am Wetterbericht oder an Yoko Ono, wer weiß. Wer Bilder anschauen will, eins ist da oben zu sehen, das Album erreicht man durch Draufklicken. 🙂

Seltsame Suchanfragen

This entry is part 1 of 5 in the series Seltsame Suchanfragen

Ein beliebter Sport in den Blogs dieser Welt ist es, die Suchanfragen, mit denen die Leute auf die Seite kommen, in einem eigenen Beitrag zu verarbeiten bzw. zu beantworten. Im antiblau-Blog sammle ich da schon eine Weile, aber da sind die Suchanfragen irgendwie nicht so spannend wie hier. So sei es denn, einige Anfragen beantwortet, auch wenn die Nutzer hier wahrscheinlich nie wieder aufschlagen werden.

12.08.2009 – 07:56 Google: Wie lange braucht mit dem Reisebuss, um ganz Norwegen zu sehen?

Eine gute Frage. Wir nehmen mal den einfach Fall an, dass eine Reise von Süd nach Nord ausreicht, so breit ist Norwegen ja nicht. Also sagen wir mal, wir wollen von Kristiansand im Süden bis nach Vardø ganz im Nordosten und weil’s so schön ist, fahren wir in Ålesund, Trondheim, Tromsø und Hammerfest vorbei, damit uns der Routenplaner nicht durch Schweden leitet. Laut Google Maps sind das mit einigen Schlenkern1 3145 Kilometer und 2 Tage und 3 Stunden reine Fahrtzeit mit dem Auto. Rechnen wir mal noch ein paar Übernachtungen in den genannten Städten ein, dann ist man da mit einer knappen Woche dabei und hat ganz viel von Norwegen gesehen. Für die Ungeduldigen hier die fertige Route bei Google Maps.

13.08.2009 – 22:31 Google: Welche blauen Beeren haben die Form von Himbeeren?

Also spontan fallen mir da nur Brombeeren ein. Aber die sind doch nicht blau.

14.08.2009 – 10:26 Google: nazi bunker geocache

Wer versteckt denn bitteschön GeoCaches in alten Nazibunkern? Sowas machen bestimmt nur Schweden

04.09.2009 – 15:33 Google: warum ist in norwegen ein halbes jahr hell und dunkel

Also ganz so kann man das nicht sagen. Ein halbes Jahr ganz hell und ganz dunkel ist es theoretisch nur direkt am Nordpol und der gehört zumindest meines Wissen nach nicht zu Norwegen. Im Winter sind die Nächte hier kürzer und im Sommer länger. Das stimmt soweit und warum das so ist, lernt man in der Schule im Geografieunterricht, so schätzungsweise irgendwann zwischen fünfter und achter Klasse. Achja und meine Tante kann das nach meinem letzten Besuch in Deutschland jetzt auch ganz gut erklären. 😉

06.09.2009 – 14:38 Google: zum einkaufen von trondheim nach schweden

Ja äh, wo ist da die Frage? Das machen die Leute hier so. Sind so etwa eineinhalb bis zwei Stunden Fahrt und je nachdem was und wieviel man kauft, rechnet sich das tatsächlich, ist aber ökologisch natürlich fragwürdig.

06.09.2009 – 23:28 Google: deutsche bunker norwegen

Ja, gibt es, einige sogar. Wieso ist das interessant? Falls man Deutschland wegen der aktuellen politischen Situation verlassen muss, aber trotzdem nicht auf ein Stück Heimat verzichten will?

07.09.2009 – 14:34 Google: schwierigkeitsgrad dänisch uiaa

Och nee, jetzt sagt bloß, dass die Dänen auch noch ne eigene Schwierigkeitsskala beim Klettern haben. Das macht das nicht grad einfacher. Wer da nähere Informationen hat, trägt das bitte gleich bei Wikibooks ein.

14.09.2009 – 21:45 Google: im 2. Weltkrieg vergrabene Schreibmaschinen

Das klingt so, als hätte man im 2. Weltkrieg massenhaft Schreibmaschinen vergraben. Die Nazis haben viele hirnlose Sachen gemacht, dass sowas dabei war, scheint mir aber dennoch überraschend. Viel überraschender finde ich aber noch, dass man mit solchen Suchanfragen auf meinem Blog landet…

30.09.2009 – 11:07 Google: moltebeerenmarmelade in deutschland kaufen

Das wäre mal interessant zu wissen. Frage in die Runde: bekommt man sowas in Deutschland und wenn ja wo?

02.10.2009 – 19:39 AOL: Beeren in schwedischen Wäldern

Es gibt AOL immernoch?2

  1. man kommt sogar an Oslo vorbei []
  2. die Beeren in den Wäldern Schwedens sind vermutlich ähnliche wie hier in Norwegen []

Muss der Staat den Bürger bemuttern?

Bevor das hier ganz in Vergessenheit gerät oder zu einem der nie veröffentlichten Entwürfe wird, weil ich das Buch, was am Ende empfohlen wird, gerade erst ausgelesen habe und weil die Bilder vom Urlaub immernoch nicht sortiert sind, ein Beitrag aus der politischen Ecke.1

Ausgangspunkt für diesen Entwurf war ein Beitrag auf heise online, nämlich: Bremer Grünen-Fraktionschef tritt weiterhin für “Grenzen im Internet” ein.

Es gehe in der Debatte um die Art und Weise, wie die Menschen vor der Darstellung von Gewalt, sexuellem Missbrauch und anderen Auswüchsen im Internet geschützt werden können.

Diese Debatte ist durchaus interessant und die Frage des rechtsfreien Raumes schnitt ich bereits hier im Blog an. Ein Punkt, den ich in der öffentlichen Debatte bisher schmerzlich vermisst habe ist ein eher eine psychologische Frage. Es geht ja um die Darstellung kinderpornographischer Inhalte und die Argumentation der Befürworter der Sperren geht dahin, dass die Leute vor diesen Inhalten geschützt werden müssen. Es ist beispielsweise die Rede von Zufallsfunden. Ich bewege mich seit nunmehr 10 Jahren beinahe täglich im Internet. Kein einziges Mal, bin ich zufällig auf derartige Bilder oder ähnliches gestoßen. Es interessiert mich auch überhaupt nicht, ich suche nicht danach und für den überaus unwahrscheinlichen Fall, dass ich dennoch mal auf solche Inhalte stoßen sollte, hätte nicht das geringste Interesse daran, mir das anzuschauen sondern würde das Fenster direkt wieder schließen. Jeder, den ich in den letzten Wochen mal dazu gefragt habe, sieht das genauso. Wieso muss also der Staat ein Stop-Schild vor etwas stellen, wonach ich nicht suche und was ich mir bei einem Zufallsfund gar nicht ansehen würde, weil es widerlich und abstoßend ist? Stattdessen erschwert er dadurch noch die polizeilichen Ermittlungen und ich stehe mit einem Bein im Knast, weil meine IP-Adresse natürlich aufgezeichnet wurde. Der Produzent des Dreckszeugs hingegen, lacht sich ins Fäustchen, weil er durch die »Adelung« mit dem Stopschild gewarnt ist. Und schlussendlich ist nicht sichergestellt, dass die Sperren, wenn sie einmal da sind, nicht doch für andere Inhalte missbraucht werden.

Die Frage nach der Bemutterung stellt sich auch an anderen Stellen, es geht quasi um die Mündigkeit des Bürgers.2 Wieviel Eigenverantwortung und somit auch Freiheit soll der Staat dem Bürger zugestehen, wieviel Vertrauen hat er?3 Und da sind wir dann bei dem eingangs erwähnten Buch: »Angriff auf die Freiheit« von Ilija Trojanow und Juli Zeh, das ich auf dem Flug aus dem Urlaub zurück nach Trondheim in Windeseile durchgelesen habe. Es fasst sehr schön die innenpolitische Situation in der sogenannten westlichen Welt nach 2001 zusammen, für die politisch interessierte Netzgemeinde nicht allzu viel neues, aber gut recherchiert und auch für Einsteiger in die Thematik gut geeignet, ich würde es quasi jedem meiner Leser hier empfehlen zu lesen.

Sehr angenehm war in diesem Zusammenhang übrigens auch Folge 135 vom Podcast »Chaosradio Express«: Mut zur Freiheit. Die beiden o.g. Autoren sind dort zu Gast bei Tim Pritlove und erzählen über ihre persönlichen Hintergründe und nur ein wenig über das Buch. Der Tenor der ganzen Sendung ist aber, dass wir die irrationalen Ängste, die von Medien, Innenminister und BKA-Chef geschürt werden, mit anderen Augen betrachten sollten. Ein Gesellschaft, die auf Freiheit, Vertrauen und Dialog basiert, ist allemal wünschenswerter als Angst, Neid und Misstrauen gegenüber anderen, egal ob zwischen den Bürgern oder zwischen Bürgern und Staat.

Mal wieder etwas konfus der Beitrag, aber ich wollte wenigstens die Empfehlungen für das Buch und den Podcast loswerden und einen Entwurf aus dem Ordner da rausbekommen. Ich schau jetzt noch eine Folge einer etwas optimistischeren und in vielen Dingen visionären Zukunft: Star Trek – The Next Generation. Live long and prosper!

.oO( Krieden, ich will endlich wieder Krieden… )

  1. Auch die Bundestagswahl wird wohl kurz erwähnt werden. []
  2. Wieso sprechen bestimmte Medien eigentlich bei dem Ergebnis der Bundestagswahl davon, dass die »bürgerlichen« Parteien gewonnen hätten. Sind die Wähler von Linke, Grünen und SPD etwa keine Bürger? []
  3. Passend dazu übrigens auch in meiner Linksammlung die beiden Links diese Woche zum Thema Unschuldsvermutung. []